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Mittwoch, 20. August 2014

Die Löschung wichtiger Daten durch den Arbeitnehmer kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

Das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG) hatte darüber zu entscheiden, ob die Kündigung eines Arbeitnehmers rechtswidrig war, der eigenmächtig für den Arbeitgeber wichtige Daten gelöscht hatte (Urteil vom 05.08.2013, 7 Sa 1060/10).

Der Kläger war Account-Manager bei einem Unternehmen in der EDV-Branche. Der Arbeitgeber konnte nachvollziehen, dass der Kläger eigenmächtig ohne Rücksprache insgesamt 374 Dateien des Unternehmens innerhalb von zwei Tagen gelöscht hatte. Der Arbeitgeber sprach daraufhin eine fristlose, hilfsweise eine fristgerechte Kündigung gegenüber dem Kläger aus.

Das Hessische LAG bestätigte die fristlose Kündigung des Arbeitgebers. Aus Sicht des Gerichtes hat die eigenmächtige Datenlöschung das Vertrauen des Arbeitgebers in die Integrität des Arbeitnehmers dauerhaft vernichtet. Die Unternehmensdaten stünden ausschließlich in der Verfügungsmacht des Arbeitgebers. Der klagende Arbeitnehmer habe einen erheblichen Verstoß gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis begangen, sodass nach Auffassung des LAG die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt war. Eine Abmahnung war nach Auffassung des Gerichtes im hiesigen Fall ausnahmsweise nicht erforderlich, da der Pflichtenverstoß des Arbeitnehmers zu erheblich war, sodass eine fristlose Kündigung ohne Abmahnung vom Arbeitgeber ausgesprochen werden durfte.